Die Landeszentrale für neue Medien in Bayern und die Videosharingplattform „Twitch“, welche heutzutage fest in den Leben zahlreicher Gamer verankert ist, werden in Zukunft enger „zusammenarbeiten“, als es der Großteil von uns wahrscheinlich je für möglich gehalten hätte. Und auch dies ist eine weitere Folge des so ausgiebig thematisierten Brexits. Doch diese Meldung ist sogar für Gamer interessant, die sich sonst nicht so viel mit Politik beschäftigen.
Ich höre schon die Leser brüllen, dass wir Gaming und Politik doch bitte getrennt behandeln und die Themen nicht vermischen sollen. Trotzdem schreibe ich diesen politisch angehauchten Artikel. Ich schreibe ihn, da ich glaube, dass diese Entwicklung dann doch bei einigen Leuten für ein leichtes schmunzeln sorgen kann.
Die in der Europäischen Union von dem Unternehmen „Twitch Interactive, Inc.“ – bekanntlich ein Tochterunternehmen von „Amazon.com“ – bereitgestellte Videosharingplattform „Twitch“ untersteht seit dem Ende der sogenannten „Brexit-Transferperiode“ der deutschen Rechtshoheit. Hinzu kommt, dass sie außerdem der Aufsicht der Bayrischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) untersteht. Die besagte Landeszentrale ist damit für die Regulierung von Twitch in der Europäischen Union zuständig.
„Die zukünftige Zusammenarbeit mit der BLM bietet eine hervorragende Grundlage für Twitch, weiterhin in Deutschland und darüber hinaus erfolgreich zu sein. Wir freuen uns deshalb, dass die BLM offiziell bestätigen konnte, dass Deutschland nun der EU-Mitgliedsstaat ist, der Twitch künftig regulieren wird.“
Burkhard Leimbrock, Commercial Director Europe von Twitch
Wie kam es dazu, dass die BLM nun Twitch beaufsichtigt?
Als das Vereinigte Königreich in der Folge des Brexits aus der EU austrat, änderte sich die Befugnis darüber, welche Medienaufsichtsbehörde für das Unternehmen zuständig ist bzw. zuständig wird. Dies bedeutete, dass Videosharingplattform nur noch innerhalb des Vereinigten Königreiches von der britischen Medienaufsichtsbehörde Ofcom beaufsichtigt werden darf. Diese beaufsichtigte das Unternehmen zuvor in der Europäischen Union.
Infolgedessen kam „Twitch Interactive“ in Kooperation mit Twitch Interactive Germany GmbH (Twitch DE) auf die Bayrische Landeszentrale für neue Medien zu und stellte sicher, dass die Voraussetzungen zur effektiven Aufsicht und Rechtsdurchsetzung gewährleistet sind. „Twitch Interactive“ wird demnach der Bayrischen Landeszentrale für neue Medien regelmäßig über Maßnahmen zur Einhaltung der regulatorischen Vorgaben berichten und als ständiger Ansprechpartner zur Verfügung stehen.
„Twitch“ zählt global mit mehr als 30 Millionen täglichen Nutzern zu den größten Online-Video-Diensten weltweit und ist nach Amazon Prime Video bereits der zweite große Online-Video-Dienst unter Aufsicht der Bayrischen Landeszentrale für neue Medien.
„Wir begrüßen es, dass sich mit Twitch nach Amazon Prime Video nun bereits ein zweiter großer Online-Video-Dienst unter Aufsicht der BLM begibt. Das ist für die Landeszentrale eine Bestätigung als faire, aber konsequente Aufsicht. Es ist darüber hinaus aber auch eine Auszeichnung für den Medienstandort Bayern, der sich zur Anlaufstelle für globale On-Demand-Angebote und Videosharingplattformen entwickelt.“
Siegfried Schneider, Präsident der BLM