Am gestrigen Mittwoch herrschte große Aufregung rund um die beliebte und wohlbekannte Streaming-Plattform Twitch.tv. Gleich zwei große Themen drehten sich rund um das zu Amazon gehörende Portal, welches sowohl von Gaming- und E-Sport-Begeisterten, als auch vielen weiteren Content-Creatorn sowie deren Zuschauenden täglich intensiv genutzt wird.
Zum einen soll es einen Datendiebstahl gegeben haben, dessen Ausmaß nicht offiziell bekannt ist. Dennoch sollte es infolgedessen in jedem Fall ratsam sein, schnellstmöglich eure Zugangsdaten zu ändern. Darüber berichteten wir euch bereits zeitnah:
Doch in dem Datendiebstahl, der 125 Gigabyte an internem Material umfassen soll, könnten nicht nur Nutzerdaten abgegriffen worden sein, sondern auch zahlreiche weitere prekäre Informationen.
Dazu gehören in jedem Fall die Gehaltsauszahlungen an verpartnerte Streamer. Obwohl auch immer wieder in der Vergangenheit Daten ans Licht gekommen waren, die den Verdienst einzelner Streamer und Streamerinnen über die Plattform offenlegten, handelt es sich hier um eine Lieferung auf einem Silbertablett, dessen Umfang so groß ist, dass wir sie als historisch bezeichnen können.
So viel verdienen die reichsten Content-Creator auf Twitch
Die Verdienstliste legt offen, wie viel die Streamenden jeweils im Zeitraum zwischen August 2019 und Oktober 2021 in US-Dollar von Twitch ausgezahlt bekommen haben. Nachdem sich zunächst ein Fehler in die Berechnung eingeschlichen hatte, werden von etlichen Streamenden am Abend die Zahlen zumindest nicht dementiert. Wie zuverlässig, konkret und richtig die Angaben am Ende aber wirklich sind, können wir nicht garantieren.
Zu bedenken gibt es ebenfalls, dass die Summen ausschließlich aus den Abonnements, auch Subscriptions genannt, stammen und die Summe vor Steuerabgaben (brutto) angegeben ist. Dennoch kommen, vor allem bei den großen Streamenden, noch einige weitere Einnahmequellen wie beispielsweise Sponsorings, Placements, Spenden, Bits oder ein YouTube-Kanal hinzu.
Während die Spitze der geleakten Verdienstliste vom Kanal CriticalRole angeführt wird, der angeblich im oben genannten Zeitraum rund 9,6 Millionen US-Dollar ausgezahlt bekommen haben soll, müssen sich auch deutsche Creator nicht verstecken. Wir haben für euch die bekanntesten deutschen Großverdiener auf Twitch.tv aus der besagten Quelle zusammengetragen. Oben in der Liste mischen natürlich internationale Streaming-Stars wie xQc, Shroud, Summit1g, Sodapoppin, Pokimane, Asmongold und viele weitere mit.
Doch auch in Deutschland gibt es sehr viele Großverdiener:
(Zahlen in ganzen US-Dollar angegeben, Cent-Beträge vernachlässigt.)
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- MontanaBlack88 – 2.391.369 US-Dollar
- TheRealKnossi – 2.157.258 US-Dollar
- Gronkh – 1.481.291 US-Dollar
- Trymacs – 1.288.207 US-Dollar
- Papaplatte – 1.286.004 US-Dollar
- NoWay4u_Sir – 1.188.728 US-Dollar
- Sintica – 1.075.977 US-Dollar
- ELoTRiX – 813.454 US-Dollar
- PietSmiet – 792.404 US-Dollar
- Shlorox – 776.253 US-Dollar
- Dhalucard – 736.662 US-Dollar
- Amar – 562.244 US-Dollar
- Staiy – 553.223 US-Dollar
- MckyTV – 554.529 US-Dollar
- TrilluXe – 533.493 US-Dollar
- BastiGHG – 512.925 US-Dollar
- Bonjwa – 489.581 US-Dollar
- Moondye7 – 438.281 US-Dollar
- RoyalPhunk – 430.882 US-Dollar
- SparkofPhoenixTV – 414.431 US-Dollar
- INSCOPE21TV – 406.299 US-Dollar
- Kamikatze – 375.412 US-Dollar
- AnniTheDuck – 368.159 US-Dollar
- RevedTV – 327.065 US-Dollar
- eliasn97 – 323.711 US-Dollar
- Heideltraut – 322.047 US-Dollar
- SummonersInnLive – 321.277 US-Dollar
- DoktorFroid – 312.847 US-Dollar
- Repaz – 297.617 US-Dollar
- Shurjoka – 294.223 US-Dollar
- kutcherlol – 281.588 US-Dollar
- unsympathisch_tv – 272.184 US-Dollar
- PandaTV – 269.789 US-Dollar
- xPandorya – 252.891 US-Dollar
- H0llyLP – 251.079 US-Dollar
- xTheSolutionTV – 250.869 US-Dollar
- Tinkerleo – 242.841 US-Dollar
- GTimeTV – 235.993 US-Dollar
- Ranzratte – 231.424 US-Dollar
- KamoLRF – 230.809 US-Dollar
- maxim – 218.480 US-Dollar
- Milschbaum – 216.270 US-Dollar
- KayaYanar – 214.340 US-Dollar
- Rumathra – 205.826 US-Dollar
- Herr_Currywurst – 205.203 US-Dollar
- rewinside – 187.585 US-Dollar
- Vlesk – 174.536 US-Dollar
- SchwabbelTown – 170.520 US-Dollar
- TobinatorLP – 167.604 US-Dollar
- earliboy – 167.119 US-Dollar
- RvNxMango – 150.148 US-Dollar
- PainLivestream – 147.327 US-Dollar
- Zayuri – 147.178 US-Dollar
- knueppelpaste – 145.840 US-Dollar
- LPMassive – 144.064 US-Dollar
- LaraLoft – 140.642 US-Dollar
- Mahluna – 131.335 US-Dollar
- JulienBam – 131.257 US-Dollar
- Broeki1 – 130.129 US-Dollar
- DerKellerYT – 129.940 US-Dollar
- Perrick – 124.779 US-Dollar
- iBlali – 124.520 US-Dollar
- Sologesang – 122.732 US-Dollar
- Solaaaa – 122.420 US-Dollar
- JenNyan – 118.317 US-Dollar
- Niekbeats – 118.248 US-Dollar
- Lory – 117.547 US-Dollar
- Gnu_Live – 115.064 US-Dollar
- bibaboy – 114.742 US-Dollar
- Greifenberg – 114.455 US-Dollar
- kev1nTV – 113.018 US-Dollar
- LetsTaddl – 111.860 US-Dollar
- Siegismund – 111.612 US-Dollar
- Tanzverbot – 110.257 US-Dollar
- TolkinLoL – 106.484 US-Dollar
- DieHahn – 102.521 US-Dollar
- Baso – 97.539 US-Dollar
- NebelNiek – 96.947 US-Dollar
- Zander – 94.735 US-Dollar
- Farbenfuchs – 93.692 US-Dollar
- KuchenTV – 93.028 US-Dollar
- NichtNilo – 92.870 US-Dollar
- BiberBros – 92.743 US-Dollar
- agurin – 90.546 US-Dollar
- Timit – 89.626 US-Dollar
- ReginaHixt – 88.174 US-Dollar
- uliversal – 88.012 US-Dollar
- HandIOfIBlood – 83.206 US-Dollar
- chefstrobel – 82.419 US-Dollar
- DerHauge – 80.331 US-Dollar
- GronkhTV – 74.570 US-Dollar
- HoneyPuu – 71.994 US-Dollar
- CmdKrieger – 71.951 US-Dollar
- BadeschlappenLP – 71.624 US-Dollar
- Held_der_Steine – 68.294 US-Dollar
- Neevi – 61.790 US-Dollar
- nookyyy – 56.934 US-Dollar
- LPGjustJohnny – 52.948 US-Dollar
- FraeuleinFreitag -51.818 US-Dollar
- Rezo – 51.305 US-Dollar
- DebitorLP – 50.519 US-Dollar
- Veni – 50.381 US-Dollar
- Vadeal – 47.912 US-Dollar
- Kalle – 46.887 US-Dollar
- Sturmwaffel – 45.780 US-Dollar
- JessieTV – 43.107 US-Dollar
- LiaxRose – 39.369 US-Dollar
- stegi – 38.174 US-Dollar
- Sissor – 37.773 US-Dollar
Damit sind weit über 100 deutsche Streamer und Streamerinnen in der Leak-Liste aufgetaucht. Dass sich diese ungern oder gar nicht dazu äußern, hat sowohl rechtliche als auch weitere, vermutlich offensichtliche und verständliche Gründe. Andere Creator nehmen es mit Humor. Bereits am Abend begannen diese in einigen ihren Streams über die Liste zu sprechen, Späße darüber zu machen und teilweise sogar ihre Listennummer per Klebzettel in eine Trikotnummer auf der Kleidung zu verwandeln. Dennoch könnten die Zahlen auch falsch sein. Wie bereits gesagt, sie stammen aus einem unbestätigten Leak. Nehmt diese also nicht für bare Münze – im wahrsten Sinne des Wortes.
Wie schlimm ist der Datenleak wirklich?
Auch Twitch selbst hat sich zu dem Vorfall geäußert, konkrete Inhalte lässt das zu Amazon gehörende Unternehmen aber offen. Via Twitter teilt Twitch mit:
Wir können bestätigen, dass es einen Verstoß gab. Unsere Teams arbeiten mit Hochdruck daran, das Ausmaß zu erörtern und halten die Community auf dem Laufenden, sobald weitere Informationen verfügbar sind. Wir bitten um Nachsicht und bedanken uns für die Geduld. https://t.co/GTV9v28rBj
— Twitch DE (@TwitchDE) October 6, 2021
Was sich aus den gesammelten Daten, sollten sie denn stimmen, auch zu entnehmen ist, ist die Tatsache, dass der für frisch verpartnerte Streamende mit kleinerer Zuschauerzahl und natürlich auch für Afilliate-Streamer geltende Share von 50 Prozent im Vergleich zu großen Creatorn wirklich ungemein gering ist. Über die Plattform twitchtracker.com, die sich in der Vergangenheit immer wieder als zuverlässig herausgestellt hat und oft zurate gezogen wird, lassen sich schon seit langer Zeit die Zahl der Abonnenten diverser Kanäle, sogar in unterteilt in verschiedene Kategorien, abrufen. Aus diesen Zahlen, gemeinsam mit dem neuen Leak, ergibt sich, dass Streamende mit großer Community einen weitaus größeren Anteil des Abo-Preises von 3,99 Euro (seit August 2021) behalten dürfen.
Dass Streamende extrem viel Geld bekommen, ist sicherlich für die allermeisten von euch nicht neu und schon gar keine Überraschung mehr. Sollten sich die Daten allerdings tatsächlich als richtig darstellen, könnten die Zahlen dennoch für große Augen und Erstaunen sorgen. Da kann einem „normalen“ Arbeitnehmer schon schwindlig werden.
Auch der stets gut informierte Szene-Kenner Dracon (@DraconTV auf Twitter) äußerte sich zum Vorfall. Nach seinem Kenntnisstand seien „keine Passwörter von Nutzern in dem Leak, auch nicht verschlüsselt“. Auch von Streamenden seien, bis auf die Auszahlungen, keine privaten Informationen nach außen gelangt. Für Twitch selbst dürfte die Katastrophe deshalb weitaus am größten sein.
Mein Fazit zum #Twitchleak:
Es befinden sich keine Passwörter von Nutzern in dem Leak, auch nicht verschlüsselt.
Es befinden sich, außer den Auszahlungen, keine private Informationen von Nutzern im Leak.Ist es für @Twitch eine Katastrophe?
Ja.Ist es für uns schlimm?
Nö. pic.twitter.com/vCrSXj8g6r— Dracon (@DraconTV) October 6, 2021